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11. August 2026

Auf dem Weg zu einer vernetzten Betriebsführung für die Wasserwirtschaft

Wasser- und Abwasserbetreiber arbeiten zunehmend mit einer Vielzahl digitaler Systeme. Der nächste Schritt besteht nicht darin, weitere Insellösungen hinzuzufügen, sondern Daten, Anlagen, Ereignisse und operative Abläufe zu einer gemeinsamen Sicht zu verbinden.

Auf dem Weg zu einer vernetzten Betriebsführung für die Wasserwirtschaft

Die Wasser- und Abwasserwirtschaft wird zunehmend digital. SCADA-Systeme überwachen Prozesse in Echtzeit, GIS-Systeme liefern räumliche Informationen, Instandhaltungssysteme verwalten Anlagen und Wartungsaktivitäten, während Reporting- und Analytics-Lösungen Betriebsdaten auswerten und daraus Erkenntnisse ableiten.

Digitalisierung bedeutet jedoch nicht automatisch Integration.

In vielen betrieblichen Umgebungen existieren diese Systeme weiterhin nebeneinander. SCADA zeigt den aktuellen Prozesszustand. GIS stellt die räumliche Lage von Anlagen dar. Informationen zur Instandhaltung befinden sich möglicherweise in einem separaten System. Berichte werden häufig in Excel erstellt. Außendienst- und Betriebsteams koordinieren ihre Arbeit teilweise über mobile Anwendungen, E-Mail oder manuelle Prozesse.

Jedes dieser Systeme liefert wertvolle Informationen – aber häufig nur einen Teil des betrieblichen Gesamtbildes.

Die Herausforderung besteht daher nicht mehr nur darin, immer mehr Daten zu erfassen. Entscheidend ist, relevante Informationen miteinander zu verbinden und sie im Kontext des täglichen Betriebs nutzbar zu machen.

Von isolierten Systemen zu einer gemeinsamen operativen Sicht

Ein stärker integrierter Ansatz beginnt mit der Frage: Was muss ein Betreiber in einer konkreten Situation verstehen und worauf muss er reagieren können?

Das kann bedeuten, aktuelle Prozesswerte mit Anlageninformationen, geografischem Kontext, historischen Ereignissen, Wartungsstatus und operativen Aufgaben zu verbinden. Statt zwischen mehreren Systemen wechseln zu müssen, um eine Situation zu verstehen, werden die relevanten Informationen rund um das konkrete Betriebsgeschehen zusammengeführt.

So könnte beispielsweise ein auffälliger Pumpenzustand gemeinsam mit dem Standort der Anlage, der bisherigen Betriebshistorie, zugehörigen Alarmen, Wartungsinformationen und dem zuständigen Betriebsteam betrachtet werden. Ein steigender Wasserstand könnte unmittelbar mit einem operativen Ablauf verbunden werden – einschließlich Benachrichtigung, Aufgabenverteilung und Rückmeldung aus dem Feld.

Damit verschiebt sich der Fokus von einer systemzentrierten Informationsdarstellung hin zu einer situationsbezogenen Betriebsführung.

Die Bausteine der Betriebsführung miteinander verbinden

Für die Wasser- und Abwasserwirtschaft kann eine integrierte operative Umgebung verschiedene Funktionen zusammenführen:

  • SCADA- und Anlagenmonitoring in Echtzeit
  • Alarm- und Ereignismanagement
  • Anlagen- und Instandhaltungsinformationen
  • GIS und Digital-Twin-Konzepte
  • Predictive Maintenance und Anomalieerkennung
  • KI-gestützte Betriebsunterstützung
  • Energiemonitoring und Energieoptimierung
  • Hydrologie und Hochwasserüberwachung
  • Reporting, Analytics und historische Trends
  • Mobile Workflows und operative Außendienste

Dabei geht es nicht zwangsläufig darum, bestehende Systeme vollständig zu ersetzen. Gerade in Brownfield-Umgebungen ist es häufig sinnvoller, vorhandene Technologien über geeignete Schnittstellen, APIs und Middleware miteinander zu verbinden und so eine gemeinsame operative Ebene über unterschiedliche Hersteller und Systeme hinweg zu schaffen.

Vom Monitoring zur operativen Entscheidungsunterstützung

Eine der wichtigsten Entwicklungen liegt im Übergang vom reinen Monitoring zur operativen Unterstützung.

Ein Monitoring-System kann einen Betreiber darüber informieren, dass ein Messwert einen Grenzwert überschritten hat. Eine integrierte operative Plattform kann darüber hinaus Kontext liefern: Welche Anlage ist betroffen? Was ist zuvor passiert? Welche betrieblichen Auswirkungen sind möglich? Wer ist zuständig? Und welche Handlung sollte daraus folgen?

Das ist insbesondere bei verteilten Infrastrukturen relevant, bei denen Betreiber für zahlreiche räumlich voneinander getrennte Anlagen verantwortlich sind und nicht dauerhaft an jedem Standort präsent sein können.

Dasselbe gilt für Predictive Maintenance. Eine erkannte Anomalie ist wertvoll – ihr operativer Nutzen steigt jedoch deutlich, wenn die Erkenntnis direkt mit einer konkreten Anlage, einer zuständigen Person und einem definierten Instandhaltungsprozess verbunden werden kann.

Ein schrittweiser Weg für bestehende Infrastrukturen

Für viele Betreiber ist ein vollständiger Austausch bestehender Systeme weder realistisch noch wünschenswert. SCADA-, GIS-, Instandhaltungs- und weitere Fachsysteme repräsentieren häufig jahrelange Investitionen und enthalten wertvolles betriebliches Wissen.

Integration wird daher zu einem wichtigen Bestandteil der Digitalisierungsstrategie.

Moderne Schnittstellen, APIs, Datenmodelle und Middleware können einen Weg schaffen, heterogene Systeme miteinander zu verbinden, während bestehende Technologien weiterhin genutzt werden. Dadurch kann eine gemeinsame operative Ebene schrittweise aufgebaut werden, ohne eine disruptive Transformation auf einmal durchführen zu müssen.

Die langfristige Vision ist eine vernetzte Betriebsumgebung, in der Informationen zwischen Monitoring, Analyse, Entscheidungsunterstützung und operativer Umsetzung fließen.

Der nächste Schritt der Digitalisierung in der Wasserwirtschaft

Die Zukunft der digitalen Wasserinfrastruktur wird nicht allein davon bestimmt werden, wie viele einzelne digitale Werkzeuge ein Betreiber einsetzt. Entscheidend wird zunehmend sein, wie gut diese Systeme zusammenspielen.

Wenn Betriebsdaten, Anlageninformationen, räumlicher Kontext, Analysen und operative Umsetzung miteinander verbunden werden, können digitale Systeme über isolierte Informationssilos hinausgehen und zu aktiven Bestandteilen der Betriebsführung werden.

Bei Nexon Data beschäftigen wir uns mit diesem Ansatz insbesondere im Umfeld von Wasser, Abwasser und kritischer Infrastruktur: mit der Verbindung von Monitoring, Datenintegration, operativer Intelligenz und Prozessen im Feld zu einer zusammenhängenden digitalen Betriebsumgebung.

Die grundlegende Frage lautet daher nicht nur: „Welches System sollten wir als Nächstes hinzufügen?“, sondern vielmehr:

„Wie können die Systeme, die bereits vorhanden sind, besser zusammenspielen, um ein vollständigeres Betriebsbild zu schaffen und bessere Entscheidungen zu unterstützen?“

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